Kühle Luft ist nur ein Teil der Aufgabe

Die Klimaanlage wird häufig erst dann beachtet, wenn sie nicht mehr richtig kühlt. Solange noch halbwegs kalte Luft aus den Düsen kommt, scheint alles in Ordnung zu sein. Doch eine Fahrzeugklimaanlage ist ein geschlossenes technisches System aus Kompressor, Kondensator, Verdampfer, Leitungen, Ventilen, Sensoren, Kältemittel und Spezialöl.

Bereits kleine Abweichungen bei Füllmenge, Druck oder Schmierung können die Kühlleistung verschlechtern und einzelne Komponenten stärker belasten. Deshalb ist ein fachgerechter Klimaservice mehr als das bloße Nachfüllen von Kältemittel.

Servicearbeiten am Kältemittelkreislauf dürfen nur von entsprechend qualifizierten Fachbetrieben durchgeführt werden. Entscheidend sind außerdem das richtige Kältemittel, das passende Kompressoröl und die exakt zum Fahrzeug gehörende Füllmenge.

Typische Anzeichen für Probleme mit der Klimaanlage

Eine Klimaanlage fällt nicht immer von heute auf morgen vollständig aus. Häufig kündigt sich ein Problem schleichend an.

Mögliche Warnzeichen sind:

* Die Luft wird nicht mehr so kalt wie früher.
* Die Kühlleistung schwankt während der Fahrt.
* Die Scheiben werden trotz eingeschalteter Klimaanlage nur langsam frei.
* Der Kompressor schaltet ungewöhnlich häufig ein und aus.
* Beim Einschalten entstehen auffällige Geräusche.
* Im Innenraum tritt ein muffiger oder unangenehmer Geruch auf.
* Unter bestimmten Bedingungen arbeitet die Anlage, bei großer Hitze jedoch kaum noch.
* Im Fehlerspeicher sind Störungen der Klimatisierung hinterlegt.

Wichtig ist: Diese Symptome können verschiedene Ursachen haben. Eine geringe Kältemittelmenge ist nur eine Möglichkeit. Ebenso kommen elektrische Fehler, Drucksensoren, ein verschmutzter Kondensator, ein schwergängiger Lüfter, ein zugesetzter Innenraumfilter oder ein beschädigter Kompressor infrage.

Deshalb sollte vor dem Befüllen immer geprüft werden, warum die Leistung nachgelassen hat.

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Warum einfaches Nachfüllen keine vollständige Lösung ist

Fehlt Kältemittel, muss geklärt werden, weshalb es fehlt. Nur neues Kältemittel einzufüllen, ohne den Zustand der Anlage zu prüfen, beseitigt keine mögliche Undichtigkeit.

Auch zu viel Kältemittel ist nicht besser. Eine falsche Füllmenge kann die Druckverhältnisse verändern und die Funktion der Anlage beeinträchtigen. Gleiches gilt für ungeeignetes oder falsch dosiertes Kompressoröl und übermäßig eingesetztes UV-Kontrastmittel.

Die korrekte Menge richtet sich immer nach Fahrzeug, Baujahr und Klimaanlagenausführung. Deshalb benötigen wir für eine qualifizierte Einschätzung die vollständigen Fahrzeugdaten und im Idealfall die Fahrgestellnummer.

Ein professioneller Klimaservice arbeitet nicht nach dem Prinzip „etwas fehlt, also füllen wir etwas nach“, sondern erfasst zunächst den vorhandenen Zustand.

So läuft ein fachgerechter Klimaservice ab

Der genaue Arbeitsumfang hängt vom Fahrzeug und vom Befund ab. Zu einem sorgfältigen Klimaservice gehören grundsätzlich mehrere Schritte.

1. Funktions- und Temperaturprüfung

Vor Beginn wird geprüft, ob die Anlage arbeitet und welche Temperatur an den Luftausströmern erreicht wird. Dadurch entsteht ein Vergleichswert für die spätere Kontrolle.

Auch ungewöhnliche Geräusche, Gerüche oder ein schwankender Betrieb werden aufgenommen.

2. Diagnose und Sichtprüfung

Bei geeigneten Fahrzeugen werden Fehlerspeicher und relevante Istwerte ausgelesen. Zusätzlich werden zugängliche Leitungen, Anschlüsse und Komponenten auf Beschädigungen, Verschmutzungen und sichtbare Undichtigkeiten kontrolliert.

Ein Diagnosegerät allein genügt dabei nicht. Viele Fehler lassen sich erst durch die Verbindung aus Messwerten, Sichtprüfung und Erfahrung richtig einordnen.

 3. Kältemittel absaugen und vorhandene Menge erfassen

Das vorhandene Kältemittel wird mit einem Klimaservicegerät zurückgewonnen. Die abgesaugte Menge zeigt, ob und wie stark die tatsächliche Füllung von der Herstellervorgabe abweicht.

Auch die Menge des abgeschiedenen Kompressoröls kann wichtige Hinweise auf den Zustand des Systems geben.

4. Vakuumieren und entfeuchten

Nach dem Absaugen wird die Anlage evakuiert. Dabei werden Luft und Feuchtigkeit aus dem System entfernt.

Dieser Schritt benötigt ausreichend Zeit. Ein sehr kurzer Vakuumvorgang ist kein Ersatz für eine sorgfältige Entfeuchtung und Prüfung.

5. Dichtheit beurteilen

Während und nach der Vakuumphase wird geprüft, ob die Anlage den vorgesehenen Zustand hält. Bei einem konkreten Leckageverdacht können weitere Prüfverfahren notwendig werden.

Eine Vakuumprüfung kann jedoch nicht jede Undichtigkeit unter allen Betriebsbedingungen erkennen. Zeigt das System Auffälligkeiten, ist eine gezielte Lecksuche erforderlich.

6. Exakt nach Herstellervorgabe befüllen

Erst danach wird die vorgeschriebene Menge des richtigen Kältemittels eingefüllt. Erforderliches Kompressoröl und gegebenenfalls UV-Kontrastmittel werden nicht pauschal, sondern passend zum Befund und zum Fahrzeug dosiert.

7. Abschließende Funktionsprüfung

Nach der Befüllung werden Kühlleistung, Temperaturen, Drücke und Anlagenfunktion erneut kontrolliert. Erst der Vergleich vor und nach dem Service zeigt, ob die Anlage wieder plausibel arbeitet.

Eine vollwertige Klimaanlagenwartung umfasst damit deutlich mehr als Absaugen und Befüllen.

Klimaservice und Klimaanlagenspülung sind nicht dasselbe

Eine Klimaanlagenspülung ist keine reguläre Standardwartung. Dabei werden geeignete Bereiche des Kältemittelkreislaufs gereinigt, um Verunreinigungen, Ölreste oder Abrieb zu entfernen.

Das kann beispielsweise nach einem mechanischen Kompressorschaden, bei stark verschmutztem Öl oder nach einer Kontamination des Systems erforderlich sein.

Nicht jedes Bauteil darf oder kann gespült werden. Kompressor, Expansionsventil, Trockner oder bestimmte Leitungs- und Dämpferelemente müssen je nach Aufbau ausgebaut, ersetzt oder überbrückt werden.

Ob eine Spülung notwendig und technisch möglich ist, entscheidet deshalb immer der konkrete Schadensbefund.

Was tun, wenn die Klimaanlage unangenehm riecht?

Ein unangenehmer Geruch bedeutet nicht automatisch, dass Kältemittel fehlt.

Mögliche Ursachen befinden sich häufig auf der Luftseite der Anlage:

* verschmutzter oder überalterter Innenraumfilter,
* Verunreinigungen am Verdampfer,
* Feuchtigkeit in Luftkanälen oder Kondensatabläufen,
* Ablagerungen im Heizungs- und Klimakasten.

In diesen Fällen können ein Filterwechsel, eine Reinigung des Verdampfers oder eine gezielte Hygienemaßnahme sinnvoll sein. Eine reine Neubefüllung des Kältemittelkreislaufs beseitigt solche Geruchsursachen nicht.

Wann sollte die Klimaanlage geprüft werden?

Ein starres Intervall passt nicht zu jedem Fahrzeug. Nutzung, Alter, Laufleistung, Standzeiten und der bisherige Wartungszustand spielen eine wichtige Rolle.

Eine Prüfung ist besonders sinnvoll:

* bei nachlassender Kühlleistung,
* bei unbekannter Wartungshistorie,
* nach Reparaturen im Frontbereich,
* bei ungewöhnlichen Geräuschen,
* bei wiederkehrendem Kältemittelverlust,
* vor längeren Sommerreisen,
* beim Kauf eines älteren Fahrzeugs,
* wenn die Anlage über Jahre nicht fachgerecht geprüft wurde.

Gerade bei Saisonfahrzeugen kann die Klimaanlage lange unauffällig bleiben, obwohl Füllmenge, Dichtungen oder Schmierung nicht mehr im optimalen Bereich liegen.

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Klimaservice für Mercedes und Chrysler Crossfire

HUB CAR betreut – abhängig von Baujahr, Kältemittel und technischer Ausführung – unter anderem folgende Fahrzeuge:

* Mercedes SLK R170, R171 und R172
* Mercedes SLC
* Chrysler Crossfire und Crossfire SRT6
* Mercedes SL R230 und R231
* Mercedes CLK W208 und W209
* Mercedes C-Klasse W203, W204 und W205
* Mercedes E-Klasse W211, W212 und W213
* Mercedes M-Klasse W164 und W166
* Mercedes G-Klasse und GLC

Vor dem Termin prüfen wir anhand der Fahrzeugdaten, welches Kältemittel, welche Füllmenge und welcher Arbeitsumfang für das jeweilige Fahrzeug erforderlich sind.